Die Bovine Virusdiarrhoe (BVD) ist eine alte Krankheit, die in den Rinderbeständen auf der ganzen Welt vorkommt. Eine Virusinfektion eines Rindes führt zu einer vorübergehenden Erkrankung mit Durchfall und bei trächtigen Tieren eventuell zu Aborten. Unter besonderen Bedingungen erkranken die Tiere an der tödlichen Schleimhautform der BVD, der so genannten Mucosal Disease (MD).

In den meisten Fällen verlaufen akute Infektionen mit dem BVD-Virus klinisch asymptomatisch oder mit milden Symptomen (leichtes Fieber, Durchfall). Tiere mit normal entwickeltem Immunsystem bilden beim Kontakt mit dem Virus spezifische Antikörper und sind lebenslang vor einer weiteren BVD-Infektion geschützt.

Problematischer ist die Krankheit bei trächtigen Tieren. Je nach Trächtigkeitsstadium kann eine Infektion einen Frühabort auslösen oder sogar zu Missbildungen beim Kalb führen. Am schwerwiegendsten sind die Folgen jedoch während des 2. bis 4. Trächtigkeitsmonats: Die in diesem Stadium in der Gebärmutter infizierten Kälber tragen das Virus in sich (man spricht von persistent infizierten Tieren oder PI-Tieren), scheiden täglich Viren aus und infizieren dadurch andere Tiere.

Die BVD/MD ist zurzeit eine der wichtigsten, am weitesten verbreiteten und verlustreichsten Infektionskrankheiten des Rindes. Sie bringt den Schweizer Landwirten jedes Jahr Einbussen von ca. 10 Millionen Franken. Diese zeigen sich vor allem in verminderter Fruchtbarkeit, frühzeitigem Abgang von Zuchttieren und schlechter Mastleistung.